Stadtwerke Rostock AG: Mit integriertem Energiedatenmanagement die Weichen gestellt

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Das sogenannte Legal Unbundling sieht vor, dass Energieversorger unter bestimmten Bedingungen den Betrieb der Netze von den übrigen Unternehmensbereichen trennen müssen. Die Stadtwerke Rostock AG macht vor, wie trotzdem die optimale Datenverarbeitung im Bereich der Sondervertragskunden sichergestellt werden kann. Mit den Metering-System EDW3000 der GÖRLITZ AG ist sowohl die Zählerfernauslesung, die mobile Zählerdatenerfassung als auch die Zähler- und Geräteverwaltung möglich. Aber auch die Plausibilisierung, die Erzeugung authentischer und belegbarer Abrechnungsdaten, das Bilden von verlässlichen Prognosedaten sowie das Management und die Verteilung der Daten sind ganzheitlich gelöst.

Eingesetzte Produkte:EDW3000


Innovative Lösungen in der Datenverarbeitung haben für die Stadtwerke Rostock AG hohe Priorität. So gehört beispielsweise die vollautomatische Erfassung von Messdaten bereits seit Jahren zum Standard des Strom-, Gas- und Fernwärmelieferanten, der seit 1990 als Aktiengesellschaft existiert. Im Januar 2000 stieg er mit dem OSTSEE-STROM in den liberalisierten Strommarkt ein und übernahm ein Jahr später das gesamte Rostocker Stromnetz von der damaligen E.DIS Energie Nord AG. In der Hansestadt sind rund 135.000 Kunden an das Stromversorgungsnetz angeschlossen, davon 600 im Sondervertragskundenbereich. Um den neuen gesetzlichen Anforderungen gerecht zu werden, wurde im Juli 2007 die Stadtwerke Rostock Netzgesellschaft mbH als Stromnetzbetreiber gegründet.

Auf gesetzliche Anforderungen reagieren

Das Anliegen, möglichst früh auf anstehende Anforderungen und Veränderungen zu reagieren, war in Rostock auch die Motivation, das bisher eingesetzte Metering-System auszutauschen. „Zwar haben wir mit dem bisher eingesetzten ENZ2000 der Görlitz AG immer hervorragend gearbeitet, aber sein Funktionsumfang wurde den neuen gesetzlichen Anforderungen nicht mehr gerecht“, erläutert Torsten Wegener, Leiter Netzbetrieb Strom bei der Stadtwerke Rostock Netzgesellschaft mbH. Das wesentliche Problem: Nach den neuen gesetzlichen Bestimmungen müssen die Daten, die ein Versorger aus den Gas- und Stromzählern seiner Kunden ausliest, auch weiterverarbeitet werden. Eine Vollständigkeitsprüfung gehört dabei ebenso zu den Anforderungen wie eine Plausibilitätskontrolle. „Da das ENZ2000 allerdings eher ein System für die reine Beschaffung der Daten und nicht für deren Verarbeitung ist, stießen wir hier zunehmend an Grenzen“, so Wegener.

Mittels einer Ausschreibung wollten sich die Rostocker deshalb zunächst einen Überblick über die verschiedenenLösungen für dieses Problem am Markt verschaffen. Denn trotz der langjährigen Partnerschaft mit der Koblenzer Görlitz AG stand eine weitere Zusammenarbeit nicht von Anfang an fest. Nachdem jedoch die Angebote eingegangen und geprüft waren, setzte sich schließlich dieser Lieferant mit seinem neuen Metering-System EDW3000 doch durch. „Anders als beim Vorgängermodell ist mit dem integrierten EDW3000 sowohl die Zählerfernauslesung, die mobile Zählerdatenerfassung als auch die Zähler- und Geräteverwaltung möglich. Aber eben auch die Plausibilisierung, die Erzeugung authentischer und belegbarer Abrechnungsdaten, das Bilden von verlässlichen Prognosedaten sowie das Management und die Verteilung der Daten sind ganzheitlich gelöst“, so Stefan Saß, der als Vertriebsingenieur auf Seiten der Görlitz AG das Projekt begleitet hat.

Für die Netznutzungsabrechnung und Bilanzierung erzeugt das EDW3000-System direkt aus den gespeicherten Lastgangdaten die erforderlichen Abrechnungswerte für die Sondervertragskunden. Nach einem Plausibilisitätscheck und der gegebenenfalls daraus nötigen Ersatzwertbildung nach den einschlägigen Regeln des Metering-Codes werden die benötigten Energiewerte im EDW3000-System gebildet und dann über die nachgeschaltete Datendrehscheibe verteilt. Die gesamte Lösung ist dabei zählpunktorientiert aufgebaut und als Datensammler und -aufbereiter sorgt das EDW3000 immer dafür, dass die Daten an die richtige Stelle weitergeleitet werden. Die weitere Verarbeitung der Daten im IT-System der Stadtwerke ist damit problemlos möglich.

Optimale Verarbeitung der Energiedaten

Ein weiterer Vorteil: Anders als früher verlangt der Gesetzgeber heute eine historisierte Ablage der Daten, was mit dem EDW3000 ebenfalls problemlos möglich ist. Darüber hinaus ist die gesamte Lösung aber auch vollständig skalierbar, so dass der Rostocker Netzbetreiber sich aus einem großen Funktionsspektrum immer genau die Leistungsmerkmale aussuchen kann, die er gerade braucht.

Trotz dieser Vorteile erfolgte die Umstellung von einem System auf das andere in der Hansestadt aber nicht auf einen Schlag, sondern schrittweise. „Zunächst ist das ENZ2000 als Datenbeschaffer weiter mitgelaufen und die Prozesse der Ersatzwertbildung wurden dabei einfach aufgesetzt“, erläutert Torsten Wegener. Auf diese Weise habe man das neue System ausgiebig in der täglichen Praxis prüfen können und hätte bei Problemen immer noch auf ein Sicherungsnetz zurückgreifen können.

Eine Sicherheitsvorkehrung, die sich allerdings als unnötig erwies, denn die Umstellung klappte reibungslos. Mittlerweile ist die komplette Zählerdatenbeschaffung und deren Verarbeitung für den Strombereich auf das EDW3000 umgestellt – ohne dass die Kunden etwas davon bemerkt hätten. „Die Unterschiede im Vergleich zu früher liegen ausschließlich im Bereich der Datengenerierung und Verarbeitung, nicht in der Ablesung“, betont auch Vertriebsingenieur Saß. Die Stadtwerke Rostock Netzgesellschaft mbH jedenfalls fühlen sich mit ihrem neuen Metering System optimal für die Zukunft gewappnet. „Schließlich“, so Fachmann Wegener, „wird sich auf dem Markt in nächster Zeit noch eine ganze Menge tun.“ Darauf sei man nun vom Zählerdatenmanagement her bestens vorbereitet.

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