GISA: Standardisierte ASP-Lösung bietet Stadtwerken Datenmanagement aus einer Hand
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„Verbrauchsabrechnung, Energiedatenmanagement und Kundendatenverwaltung und Datenaustausch aus einer Hand”
Autor: Kristina Seifert, GISA GmbH
Eingesetzte Produkte: GISA_StadtwerkeTemplate ASP-Modell
Bei Energieversorgern fallen in großer Zahl Daten unterschiedlicher Herkunft und verschiedener Bestimmung an. Das sind zum einen Kundendaten, Verbrauchsdaten, Zähler- und Zählpunktdaten sowie Daten zum Lieferantenwechsel. Seit August 2007 müssen eine Vielzahl dieser Daten laut Beschluss der Bundesnetzagentur mit Lieferanten elektronisch ausgetauscht werden. Was zu mehr Effizienz und einer standardisierten Kommunikation führen soll, stellt viele Unternehmen vor die Herausforderung, ihre IT-Struktur zu modernisieren. Fünf Stadtwerke aus der Region Mitteldeutschland haben sich bereits 2005 zusammengeschlossen, um ihre Verbrauchsabrechnung gemeinsam über ein hochmodernes IT-System abzuwickeln, das sonst nur große Versorger im Einsatz haben. Die GISA GmbH, IT-Dienstleister aus Halle, hat gemeinsam mit diesen Stadtwerken ein Template auf Basis der Branchenlösung SAP IS-U und SAP Business Warehouse entwickelt. Das sogenannte GISA_StadtwerkeTemplate wird als ASP-Modell im Rechenzentrum der GISA betrieben. Mittlerweile haben sich zwölf Stadtwerke angeschlossen. Diverse Erweiterungen und neue Funktionalitäten sind seit Inbetriebnahme neu hinzu gekommen, so dass die Stadtwerke jetzt über ein einziges System sämtliche Geschäftsprozesse zur Verbrauchsabrechnung, zum Lieferantenwechsel und zum Energie-datenmanagement abwickeln können. Ein flexibles Preismodell gestattet einen Abrechnungspreis pro Zähler.
Aktuelle Herausforderungen für Stadtwerke
Durch die gesetzlichen Unbundling-Anforderungen stehen die Stadtwerke vor zahlreichen Herausforderungen, die sowohl die Neu-Organisation des Unternehmens als auch der IT-Systeme betreffen. Die geforderte Reorganisation von Unternehmensteilen (gesellschaftsrechtliche Trennung von Netz und Vertrieb) erfordert, dass diese neuen Strukturen auch in den Datenverarbeitungssystemen abge-bildet werden. Dazu sind jedoch häufig die eingesetzten Systeme nicht in der Lage. Neue Hard- und Software muss angeschafft werden, diese muss durch Experten auf die Firmenbedürfnisse eingestellt werden. Daten müssen künftig für Netz und Vertrieb doppelt vorgehalten werden, die dazu notwendigen Ressourcen verdoppeln sich ebenfalls. All das verursacht Kosten, die wiederum Druck auf die Abrechnungskosten ausüben. Insgesamt ist durch veränderte Unternehmensprozesse die Komplexität der IT-Aufgaben gestiegen.
Anforderungen an IT-Systeme
Die eingesetzten IT-Systeme müssen zum einen die neuen fachlichen und prozesstechnischen Anforderungen umsetzen, zum anderen die verlorenen Synergien mittelfristig wieder kompensieren. Dazu bedarf es zukunftssicherer Systeme, die hochleistungsfähig sind und Geschäftsprozesse wie den Abrechnungsprozess besser und effizienter unterstützen. Häufig hatten Stadtwerke jedoch vielfältige Systeme für vielfältige Aufgaben im Einsatz, die nur unzureichend über Schnittstellen miteinander verbunden waren. Gefragt sind jetzt langlebige, vereinfachte Systemlandschaften, die integriert einen kompletten Prozess unterstützen. Dabei stellt sich die Frage, ob diese Systeme teuer selbst angeschafft, eingestellt und betrieben werden sollen, oder ob man voreingestellte Branchensoftware nutzt, die von externen Dienstleistern betrieben werden.
Die Entscheidung, einen beliebigen Teil der IT oder Prozesse auszulagern und von Dienstleistern übernehmen zu lassen, verringert Risiko und Aufwand für die Stadtwerke. Eine für kleine und mittelständische Unternehmen besonders günstige Lösung ist dabei, vorgefertigte, standardisierte Systeme zu nutzen, bei denen nur noch individuelle Besonderheiten eingestellt werden müssen. Ist ein System einmal entwickelt, können es verschiedene Akteure mit den gleichen Anforderungen gemeinsam nutzen und sich Kosten für Wartung, Betrieb und Funktionserweiterungen teilen.
Zukunftsfähigkeit durch erweiterten Funktionsumfang
Das GISA_StadtwerkeTemplate ist seit seiner Inbetriebnahme im Jahr 2005 um zahlreiche Funktionen erweitert worden. Auch in Zukunft wird das System ständig aktualisiert, um neuen Anforderungen der Bundesnetzagentur zu entsprechen.
Das Abrechnungssystem auf Basis SAP IS-U ist für alle Sparten wie Wasser, Abwasser, Strom, Gas usw. eingerichtet und beinhaltet alle wesentlichen Prozesse der Verbrauchsabrechnung, von der Ablesung, über die Faktura bis hin zur Abrechnung. Ein Gerätemanagement ist ebenfalls integriert und gewährleistet einen vollständigen und aktuellen Überblick über alle Anlagen, wie Stromzähler usw. Mehr als 20 Formulare stehen für den gesamten Prozess voreingestellt zur Verfügung.
Standardmäßig im System verfügbar ist ein umfassendes Berichtswesen. Es werden marktkonforme Auswertungen erstellt, die den Unbundling-Auflagen voll entsprechen. Das sind zum Beispiel Bestands- und Vorgangsstatistiken oder kundenspezifische Auswertungen. Die Berichte können über verschiedene Medien abgerufen und dargestellt werden.
Eine weitere Funktion, die das Abrechnungssystem seit kurzem ergänzt, ist ein Template für Energiedatenmanagement (EDM). Im EDM werden Kunden-, Zähler und Zählpunktdaten verwaltet und Verbrauchswerte und Lastprofile gespeichert. Das EDM-Template sorgt dafür, dass Kundendaten bei einem Lieferantenwechsel standardisiert weiter gegeben werden. Die für die getrennte Datenhaltung notwendigen Voraussetzungen werden hier bereits berücksichtigt, es kommt ein Zwei-Mandanten-Modell zum Einsatz. Es sind voreingestellte Stammdaten zu Spannungsebenen, Netzen, Servicean-bietern und Zählpunktgruppen verfügbar. Standardlastprofile wie synthetische Tageslastprofile werden abgebildet und gespeichert.
Der von der Bundesnetzagentur geforderte elektronische Datenaustausch zwischen den Marktteilnehmern, z. B. Lieferant und Netzbetreiber, wird ebenfalls vom Template abgedeckt. Es sind einheitliche Marktschnittstellen entwickelt worden, die für den geforderten medienbruchfreien und digitalen Austausch sorgen. Über festgelegte Format-Typen werden so die einzelnen Geschäftsprozesse der Versorger vereinheitlicht. Das sind zum Beispiel:
- UTILMD für den Stammdatenaustausch
- MSCONS für Daten zu Liefermengen
- REQDOC für Dokumentenanforderungen
- CONTRL für Syntax u. Protokollnachrichten
- APERAK für Anwendungsfehler und Bestätigungen
- REMDAV für Zahlungsavise
- INVOIC für Abrechnungen
Den Datenaustausch übernimmt das GISA_DatenManagementCenter (DMC). Ist das DMC aktiv, beschleunigt es die externen Kommunikationsprozesse der Unternehmen erheblich. Es müssen nur Quell- und Zielformate vorgegeben und die Kommunikationspartner benannt werden, dann führt das System alle interaktiven Prozessschritte automatisiert aus. So bereitet das GI-SA_DatenManagementCenter den Energieversorgern unterschiedliche Medien wie E-Mails, Faxe oder Briefsendungen wunschgerecht und gemäß den BNetzA-Vorgaben als EDI-Nachricht auf.
Die Bilanzielle Abgrenzung wird im Rahmen einer Einzelvertragsanalyse in einer von Wirtschaftsprüfern bestätigten Verfahrensweise realisiert. Die Funktion hilft bei der Ermittlung von noch nicht abgerechneten oder noch nicht erfassten Mengen und Erlösen. Das ermöglicht eine periodengerechte Bilanzierung der Geschäftstätigkeit der Energieversorger.
Die Aktualisierung von Adressdaten erfolgt mit Hilfe der Original Postleitdaten der Deutschen Post AG. Das Modul der GISA übernimmt die Updates in den Postleitdaten automatisch. Dies geschieht über eine spezielle Schnittstelle zum Template.
Weitere Funktionen, die das Template ergänzen sind eine Belegarchivierung im Abrechnungssystem, eine Konzessionsabgabenrechnung sowie eine vollständige Zahlungseingangsverarbeitung. Eine Weiterverarbeitung von Kundendaten ist optional im angeschlossenen CRM möglich.
Betrieb und Betreuung der Lösung
Das GISA_StadtwerkeTemplate wird im Rechenzentrum der GISA betrieben. Technologische Basis ist die neueste ERP-Version von SAP, das SAP ERP 6.0. Das System ist modular aufgebaut, jeder Nutzer stellt sich individuell die passenden Funktionen zusammen, die er neben den Kernfunktionen im Abrechnungsprozess benötigt. Entscheidet sich ein neues Stadtwerk für die Nutzung des Systems, erfolgt die Migration in einem standardisierten Projekt. Dabei setzen die Experten auf ein erprobtes und bewährtes Vorgehen, das aus der Erfahrung aus zahlreichen Referenzprojekten resultiert. Kurze Projektlaufzeiten und eine Festpreisbindung sind das Ergebnis. Pro Kunde werden separate Verträge mit individuellen Service Level Agreements abgeschlossen. Die Nutzung des Stadtwerketemplate wird mit einem Festpreis pro Zähler abgerechnet.
Fazit
Klassischerweise lohnt sich die Auslagerung von Software vor allem für standardisierte Prozesse, die nicht zum Kerngeschäft gehören. Software auch für komplexe Geschäftsprozesse zu mieten, die un-ternehmensübergreifend von verschiedenen Anwendern genutzt wird, ist ein Schritt, der gut überlegt sein muss. Dabei kommt es vor allem auf die Wahl des passenden IT-Dienstleisters an. Dieser sollte auf jeden Fall Branchenkenntnis und Konzepte vorweisen, die neben technologischen Vorteilen die Geschäftsprozesse des Unternehmens im Fokus haben. Auch aktuelle Branchenentwicklungen sollten vom Dienstleister beachtet und bei der Planung des Systems berücksichtigt werden.
EDM-DMC [PDF-Datei 292 KB]
Tags:ASP-Modell, Energiedatenmanagement (EDM), Kundendatenverwaltung und Datenaustausch, SAP Business Warehouse, SAP ERP 6.0, SAP IS-U, StadtwerkeTemplate, Verbrauchsabrechnung
